Jyotish Kumbha Mela im Vedanta Ashram (USA) - www.astrovedic.de
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Jyotish Kumbha Mela im Vedanta Ashram 2016

AVG2016

Einmal jährlich finden sich in einem Vedanta Ashram in der Nähe von New York namhafte vedische Astrologen aus Indien und den USA ein, um 10 Tage lang vedisch-astrologische Themen zu diskutieren und zu vertiefen. Seit 2013 durfte auch ich mehrmals an diesem Treffen eigene Thesen und Ansätze präsentieren. Spannend ist an diesen Kongressen immer wieder das Aufeinanderprallen der unterschiedlichen Kulturen, das jedoch abgefedert wird durch die gemeinsame spirituelle Ausrichtung der Anwesenden. Nicht zuletzt trägt der Veranstaltungsort, der wie eine indische Insel mitten in den USA anmutet, dazu bei.

GruppeAVG2016So waren auch dieses Jahr die Themen wieder breit gefächert. Herr A.B Shukla, der derzeitige Präsident des ICAS (Indian Council of Astrological Sciences) aus Delhi, präsentierte beispielweise die Deutung der weiblichen Horoskope, deren Interpretationen durchaus sehr „indisch" klingen und die vor allem im Hinblick auf die traditionelle Rolle der Frau als Ehefrau, Mutter und Schwiegertochter zugeschnitten sind. Obwohl Herr Shukla sich sehr bemühte, eine offenere, modernere Deutung zu vermitteln, gelang ihm dies nur mit mäßigem Erfolg. An anderen Stellen jedoch, stellte er sehr interessante neue Techniken vor, die wiederum bei den zumeist amerikanischen Teilnehmern auf großes Interesse stießen. Dazu gehörte u.a. mehrstündiger Workshop zum Thema „spezielle Nakshatras", an dem ich leider selbst nicht teilnehmen konnte, das jedoch sehr gute Resonanz erzeugte. Auch seine Ausführungen zum Arudha Lagna auf der Basis des Parashari Systems waren nicht nur interessant, sondern für die meisten völliges Neuland. Schon bei der Berechnung der Arudhas gibt es deutliche Unterschiede und auch für die Interpretation gibt es besondere Deutungsrichtlinien. In überzeugenden Beispielen untermauerte er seine Thense. Insgeamt ist Herr Shukla als einer der Astrologen zu bewerten, die sehr verwurzelt mit der Tradition der vedischen Astrologie sind und dennoch eigene Denkansätze verfolgen und diese gut strukturiert und klar präsentieren können.

Auch Dr. Charak, ein Chirurg und nebenberuflicher Astrologe aus Delhi, begeisterte die Zuhörerinnen und Zuhörer mit einer spannenden neuen Technik, die Verbindungen von Planeten  auf der subtileren Ebene der Nakshatras herstellte. Daneben gab er einen Workshop zum tiefen Verständnis eine sehr kurzen, doch durchaus aussagekräftigen Klassikes, dem Lagha Parahara Siddhant, bei dem die Dasa-Bhukti Deutungen einen zentralen Raum einnehmen. Natürlich duften auch medizinische Themen nicht fehlen und so behandelte Dr. Charak diese mal die abdominalen Erkrankungen.

Sunil John, ein Kollege der jüngeren Generation, konnte leider nicht persönlich anreisen, so dass er mit Hilfe einer Internetkonferenz „eingebeamt" wurde, um das Publikum mit jahrtausende alten Techniken aus dem Bereich der Nadi Astrologie zu begeistern. Die Nadi Astrologie bildet die Grundlage für die mittlerweile sehr bekannten Palmblattbibliotheken. Es stellte u.a. Techniken zur Geburtszeitkorrektur vor, zur Prognose mit Hilfe der Nakshatras und auch, wie man in einem Geburtshoroskop schnell und zuverlässig Hinweise auf karmische Aufgaben erkennen kann. Einen Teil seiner Techniken werden wir in den Herbstmonaten im Rahmen einer Vortragsreihe unseren Schülerinnen und Schülern präsentieren.

Neben anderen Referenten, wie Asish Shukla und Ronnie Gale Dreyer, deren Beiträge nicht minder interessant waren, stellten Rakesh Mishras und meine Vorträge wohl eher eine Verbindung mit dem westlichen Denken bzw. der westlichen Astrologie her. Rakesh Mishra, geboren in Indien, lebt in Florida und erlernte zunächst die westliche Astrologie. Vor vielen Jahren wechselte der zum siderischen Tierkreis über und begann das Studium der vedischen Astrologie. An dem diesjährigen Kongress präsentierte er die Anwendung der Astro-Kartografie im vedischen Horoskop und veranschaulichte überzeugend deren Aussagefähigkeit. Auch mein diesjähriger Schwerpunkt, die Deutung von Kinderhoroskopen, stellte in gewisser Weise eine Verbindung zwischen westlicher Denkweise und vedischer Astrologie her. In Indien geht man nämlich davon aus, dass sich im Leben von Kindern in den ersten 4 Jahren das schwierige  Karma der Mutter manifestiert, dann 4 Jahre lang das Karma des Vaters und anschließend nochmal 4 Jahre lang eigenes schwieriges Karma. Erst ab 12 Jahren werden die Horoskope von Kindern als eigenständig wirksam betrachtet. Unter Einbeziehung dieser Grundsätze kann man Eltern dennoch wichtige Hinweise zu den psychologischen Bedürfnissen, den eher subtileren Wesenszügen und Eigenarten eines Kindes geben, lautete meine These, die von vielen Anwesenden geteilt wurde.

So war dies wirklich einmal wieder ein Kongress der besonderen Art, ein Kongress von Gegensätzen, aus denen jedoch nie Widersprüche wurden. Und ein Kongress, bei nicht zuletzt auch die meist philosophischen Pausengespräche deutlich machten, dass vedische Astrologie weitaus mehr beinhaltet als die Deutung der Planeten in Zeichen und Häusern.

Natürlich war die Zahl der Referentinnen und Referenten größer, doch leider war es mir nicht möglich, alle Veranstaltungen zu besuchen, zumal  ich nicht die vollen 10 Tage anwesend sein konnte. So kann ich leider zu bestimmten Referenten und deren Themen keine Angaben machen. Ganz besonders schade fand ich in diesem Zusammenhang, dass ich die Präsentation von Asish Sharma, einem Kollegen aus Delhi, nicht miterleben konnte. Es handelte sich dabei um eine spezielle, ungewöhnliche und sehr genaue Prashna Technik, mit deren Hilfe er im letzten Jahr offensichtlich die damals Anwesenden sehr beeindruckt hatte. An diesem Kongress 2015, so erzählten mehrere Teilnehmerinnen unabhängig voneinander, sei Herr Sharma, ein bekannter Prashna-Astrologe mitten in seinem Unterricht von einer Klienten per Telefon über das Verschwinden und der Verbleib eines sehr wertvollen Gegenstandes befragt worden. Da Herr Sharma sowieso in einem Workshop über Prashna war, wurde die Frage an Ort und Stelle erörtert, wobei Ashish Sharma anscheinend dank seiner Technik den entscheidenden Hinweise auf den Fundort des Juwels geben konnte. Weil Herr Sharma selbst nicht sehr gerne über Ozeane fliegt und unsere Einladung vor ca. 10 Jahren abgelehnt hatte, hoffen wir nun, Ashish Sharma für eine unserer nächsten Veranstaltungen gewinnen zu können, was er bereits zugesagt hat. Zusammen mit Herrn A.B. Shukla dürften diese beiden direkten Kollegen von Vinay Aditya sicherlich eine Bereicherung für unsere Gemeinschaft werden.

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