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Reisen

Die Tochter des geschätzten und berühmten Dr. B.V. Raman hat mich auch bei meinem diesejährigen Besuch in den USA sehr berührt. Sie trägt das Erbe ihres Vaters auf eine würdige Weise weiter und ist dennoch so bodenständig und bescheiden geblieben. Keine Spur von übertriebenem Stolz oder gar Allüren. Lasst uns ihren Spuren folgen, wenigstens ein paar kleine Schritte.

Gayatri Gudrun

Ein Hauch Indiens durch Gayatri Devi Vasudev

 

Der Vedanta Ashram in Pennsylvania, den ich in diesem Mai bereits zum 2. Mal besuchte, mutet ein wenig wie eine indische Insel mitten in den USA an. Die Besucher, Bewohner und Kursteilnehmer sind zu einem großen Teil indischer Abstammung und am Wochenende füllt sich das Gelände mit indischen Familien, die den Ashram für Zermonien und teilweise auch für Familienzusammenkünfte zu nutzen scheinen. Das Essen ist indisch und auch die Uhren fügen sich indischen Gesetzmäßigkeiten. So waren meine Workshops die einzigen, wie die amerikanischen Kursteilnehmer erfreut feststellten, die in etwa püntklich begannen.
Neben Dr. Charak und Vinay Aditya war wieder Gayatri Devi Vasudev aus Bangalore angereist. Mit Dr. Charak und Vinay Aditya haben wir seit vielen Jahren Kontakt und Austausch, so dass Frau Vasudev für mich immer besonders viel Anziehungskraft besitzt. Vielleicht spielt es auch eine Rolle, dass sie die einzige Frau ist, die sich meines Wissens in der indisch-astrologischen Männerwelt behauptet hat. Und so möchte ich an dieser Stelle ein paar interessante Kleinigkeiten aus ihren Vorträgen wiedergeben.
Neben interessanten Workshops zu den Themen "Lebenslänge" und "Eklipsen", deren Inhalte ich demnächst in Vorträge einfließen lassen werden, sprach sie auch zum Thema "Planets and Palliatives" und ging dabei auf die Verwendung astrologischer Heilmittel ein. Dabei gefiel mir ihre Grundeinstellung vor allem zu den Edelsteinen sehr gut. Sie vertritt die Auffassung, dass nur die wirklich hochwertigen und reinen Edelsteine wirksam sind und dass man alle anderen "Ersatzsteine" gar nicht zu verordnen brauche, da ihre Wirkung zu vernachlässigen sei. Was die Karatzahl der Steine angeht, so gibt sie an, nie einen wirklich eindeutigen Wert herausgefunden zu haben, weshalb sie den Klienten empfehle, den Stein in einer Karatzahl zu kaufen, den ihr Budget zulässt. Ansonsten ist sie aber eine Vertreterin der Richtung, die nicht alle Hoffnung auf Edelsteine setzt, sondern die viel lieber das Rezitieren von Mantras oder das Durchführen von Poojas empfiehlt. "Außerdem", so sagt sie "sind eine gute Beratung und gesunder Menschenverstand sehr machtvolle Remedies."

Dennoch ist sie fest davon überzeugt, dass Poojas eine enorme Wirkung haben können, was sie an zahlreichen Praxisbeispielen demonstrierte: Da ist die junge Frau, bei der das 3. und das 11. Haus vom 9. Haus des Vaters aus gezählt, sehr beschädigt sind (ältere und jüngere Geschwister des Vaters) und bei der schwarze Magie von Seiten der neidischen Verwandtschaft zu allen möglichen Problemen führte. Ihr wurde das Mahamrityunjaya Japa und Homa empfohlen, da die Beschädigung der entsprechenden Häuser von Saturn und der Mondknotenachse kamen. 8000 mal musste das Mantra von Priestern rezitiert werden, dann kam das Mahamritunjaya Homa, dann das Navagrahajapa und Homa. Anschließend mussten die Priester bewirtet werden und sofort danach waren die Wirkungen der schwarzen Magie neutralisiert. In ihrem speziellen Fall war das 5. Haus von Rahu und Saturn besetzt, was eindeutig den Schutz vor negativen Kräften reduziert. Wäre dieses Haus nicht so verletzt gewesen, dann hätte ihr mitgebrachtes gutes Karma diese Wirkungen verhindern könne, sozusagen eine Art Immunität geben können.  das Bewirten der Priester sei im Zusammenhang mit Poojas immer eine sehr wichtige Angelegenheit, fügte Frau Vasudev hinzu, da deren Zufriedenheit nach Abschluss der Zeremonie einen maßgeblichen Effekt auf den Erfolg haben. Sie schilderte es so: "Wenn man den Priestern gutes Essen gibt, das sie genießen, dann werden sie irgendwann gesättigt und zufrieden sein. Gäbe man ihnen statt dessen Geld, so würde der Hunger immer nur noch größer werden, eine Sättigung würde ich nicht einstellen und der Erfolg des Unternehmens wäre fraglich."
Bevor man eine solche Zeremonie durchführen lassen kann, soll man einen Monat kein Fleisch oder Ei gegessen haben und keinen Alkohol zu sich genommen haben. Erfüllt man diese Voraussetzungen alle, so kann man, die nötige Demut vorausgesetzt, mit guten Ergebnissen rechnen. An einigen Beispielen demonstrierte sie, welche sofortigen Ergebnisse die Poojas zeigten: ein Klient fand nach längerer Arbeitslosigkeit einen Job, ein getrenntes Paar fand wieder zusammen usw.

Für die Sonne empfahl sie Aditya Hridyam oder Surya Namaskarams, für den Mond und Venus Lalita Sahasranam, für Mars Hanuman Chalisa, für Merkur Vishnu Sahasranam, für Jupiter das Mantra: Achyuta Ananta Govinda, das übrigens zur Linderung aller Krankheiten beitragen soll. Saturn und Rahu werden durch das sehr wirksame Maha Mrityunjaya Mantra besänftigt und Ketu durch den Ganapati Ashttottra.
Auch wenn diese Zeremonien nicht wirklich einfach für uns umzusetzen sind, sind die sich hinter den Kulissen, auf energetischer Ebene abspielenden Prozesse sicherlich das eigentlich Wirksame und mit etwas Kreativität können auch westliche Menschen diesen nachspüren.

Neben vielen weiteren Ausführungen fand ich noch eine Aussage sehr wertvoll: Ein Jahr vor Beginn eines schwierigen Dasas sollte man das Getreide, das dem jeweiligen Planeten zugeordnet ist am Tag des Planeten  wöchentlich an einen Tempel oder eine andere Einrichtung spenden. Oder man soll jeden Monat am Janma Nakshatra (wenn der Mond wieder im eigenen Geburtsnakshatra steht) diese Spende machen, durch das gesamte Dasa hindurch.

Dieser Vortrag brachte mir einen Hauch des mystischen Indien und ich hoffe, dass ich diesen weiterschicken konnte. Und was mir besonders gefiel war, dass Gayatri Devi Vasudev an keiner Stelle den Eindruck erweckte, dass diese Maßnahmen exklusiv seien. Sie vermittelte vielmehr den Eindruck, dass es eher darum geht, die Themen anzuerkennen und die Bereitschaft aufzubringen, das Unabänderliche anzunehmen und am Abänderlichen zu arbeiten. "Wenn der Aszendent stark ist, der Mond gut steht und ebenso Merkur oder Jupiter die Trikonas aspektiert, dann ist gutes Praradbha Karma vorhanden und das hilft uns, die Schwierigkeiten zu überwinden". Und ein paar dieser Punkte finden sich in irgend einer Form sicher in jedem Horoskop.

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