Impressionen aus Indien im November 2013 - www.astrovedic.de
Sie sind hier: www.astrovedic.de
Aktuelle Zeitqualität - Vortrag mit Jutta Stützle: Jupiter in Waage und die BEdeutung für die verschiedenen Aszendenten
.

Impressionen aus Indien im November 2013


Im November 2014 brachen 15 Menschen aus verschiedenen Ländern Europas auf, um sich in Hosur bei Bangalore zu treffen und eine Woche gemeinsam Puja GruppeJyotish zu studieren und Indien zu erleben. Neben spannendem und lehrreichem Unterricht mit Prof. Jaya Sekhar konnten wir eine Navagraha Puja in vollem Umfang erleben, haben einige interessante Tempel besucht und natürlich auch viel Spaß miteinander gehabt. 

Eine Reise nach Indien ist immer mit vielen Überraschungen verbunden und bestens geeignet, uns Europäer aus unserem gewohnten Trott heraus zu holen. Denn wer in Indien denkt, alles müsse nach dem eigenen Plan gehen, der wird schnell eines Besseren belehrt. Wer Indien genießen möchte, muss deshalb recht "aufgelockert" sein, was denn auch auf alle TeilnehmerInnen unserer Reise zutraf. So hatten wir eine angenehme Atmosphäre, konnten oft herzlich lachen über die komischen Einlagen, die unser indischer Seminar-Alltag so mit sich brachte und kamen trotzdem auf unsere Kosten in Bezug auf das Lernprogramm. Denn Prof. Sekhar, unser gechätzter und erfahrener Lehrer hat so viel Zeit im Westen verbracht, dass er wohl schon ein wenig westlich "tickt".

 

In unserem Unterricht standen philosophische Themen rund um Dharma und Karma an den ersten beiden Tagen im Mittelpunkt. Prof. Sekhar konnte nicht genug betonen, wie sehr die Frage nach dem Dharma den Astrologen leiten sollte. Der Astrologe muss laut seiner Auffassung dem Ratsuchenden dabei helfen, dharmisch zu handeln, seine Entscheidungen nicht an eigenen Zielen oder Wünschen auszurichten, sondern an den höheren Gesetzmäßigkeiten, wie sie in der Bhagavad Gita beispielsweise beschrieben werden. Mit plastischen Beispielen illustrierte er, wie schwierig es für einen Astrologen teilweise sein kann, den richtigen Rat zu geben und er betonte immer wieder, dass das eigene innere Gleichgewicht und Ausgerichtet-Sein des Astrologen eine wichtige Voraussetzung für diese verantwortungsvolle Tätigkeit ist. Da in Indien der Astrologe eben nicht nur Zukunftsprognosen stellen soll, sondern vielmehr eine rechtschaffene Lebens- und Handlungsweise unterstützen soll, muss neben den technischen Fertigkeiten auch die Einstellung und Ausrichtung des Astrologen thematisiert werden.

 

Jedoch auch die technische Seite kam nicht zu kurz, dieser Teil wurde in dem zweitägigen Muhurta-Seminar zum Kontrastprogramm. Auch hier vermittelte unser erfahrener Lehrer einige andere Schwerpunkte als andere, vor allem westliche Lehrer es tun. Dieser Teil des Seminars basiert auf seinem neuen Buch "Shubha Muhurta", das auch bei uns erhältlich ist.

 

Ein wenig mehr "Kulturschock" gab es beim Thema "Partnerschaft", wo es denn immer wieder Anekdoten aus Indien gab, die für uns im Westen nicht wirklich übertragbar sind. Dass Hochzeitsmuhurtas beispielsweise auf Nachtstunden gelegt werden, damit die Zahl der Gäste niedriger bleibt (nur 130 z.B.) oder dass vor allem die Mädchen den Geburtstag von Kartikeya (Mars) feiern sollen, damit er die Ehen nicht mit Streit vergiftet, mag uns doch dann etwas befremdlich erscheinen. Ebenso, wie oberfächlich teilweise mit dem traditionellen Kuta-System umgegangen wird, damit die Auftraggeber mit dem Astrologen zufrieden sind, wenn dieser bekannt gibt, dass eine von den Eltern gewollte Verbindung zustande kommen kann.

 

Ganz im Gegensatz dazu stand eine Erzählung von Gayatri Devi Vasudev, der Tochter von B V Raman, deren Familie ich am letzten Tag meiner Reise in Bangalore besuchte. Sie erwähnte ein Paar, das zwar gut zusammen gepasst hätte, wo sie jedoch im Horoskop erkennen konnte, dass der Bräutigam innerhalb eines Jahres in ernsthafte Lebensgefahr kommen würde. Sie segnete die Verbindung ab, riet aber dazu, noch 2 Jahre mit der Eheschließung zu warten, was auch akzeptiert wurde. Nach einem Jahr verstarb der junge Mann und der Frau wurde auf diese Weise eine sehr frühe Witwenschaft erspart. Diese und andere Aussagen von Frau Vasudev unterstrichen wieder meine Achtung vor dieser ernsthaften und großen Astrologin.

 

Zusammen mit der Familie Vasudev hatte ich denn auch Gelegenheit, einen ganz besonderen Tempel in Bangalore zu besuchen, den Gavi Ganadhareshwara Tempel, der aus einer Höhle herausgeschnitten worden ist und vermutlich aus dem 9. Jahrhundert nach Christus stammt. Im Inneren des Tempels führt ein spiralförmiger Gang um ein Shiva Lingam und das Besondere an diesem Tempel ist, dass genau zum Zeitpunkt des Eintritts der Sonne in das siderische Steinbockzeichen am Nachmittag einige Stunden lang die Sonne durch ein kleines in den Stein gehaues Fenster auf das Lingam fällt. Wer mehr über diesen Tempel wissen möchte oder auch Bilder dazu anschauen möchte, der findet hier in Youtube und Wikipedia einige Informationen.

tempel hosur          

Doch nicht nur Bangalore hat interessante Tempel zu bieten. Ca. 40 km südlich von Bangalore liegt das mittlerweile noch eher verschlafene Städtchen Hosur und dort gibt es einen der ältesten Tempel Indiens, den Chandrachoodeshwara Tempel, der 1260 gebaut wurde. Einer Legende zufolge soll sich ein Shiva Lingam dort befunden haben und die Menschen kamen von weit her, um dieses zu ehren. Und so habe sich eine Ansiedlung ergeben, erzählte man uns in Hosur. Und so wurde dieser Tempel für einige von uns zum morgendlichen Pilgerziel.

 

Ein besonderes Highlight dieser Reise war für die meisten von uns das Navagraha Puja, das Prof. Sekhar von ortsansässigen Brahmanen für uns durchführen ließ. Wir sollten ein Original-Planeten-Puja in voller Länge und unter den genauen zeremoniellen Vorschriften bekommen. Dazu mussten wir zunächst alle unsere Vornamen, unser Mondnakshatra und ggf. das Mondzeichen aufschreiben, so dass zu Beginn der Zeremonie alle Angaben genannt werden konnten. Prof. Sekhar und seine Frau Patricia repräsentierten uns, da wir an vielen Stellen sicherlich nicht gewusst hätten, was genau zu tun gewesen wäre. Manche der Mantren, die von 3-4 Brahmanen hingebungsvoll rezitiert wurden, kamen uns Astrologen zwar bekannt vor, doch insgesamt handelte es sich um eine sehr komplizierte Zeremonie. Auch ein Homa, also eine Feuerzeremonie gehörte dazu und zusätzlich erklärten die Brahmanen noch viele Symbole und Hintergründe. Wir waren uns alle einig darüber, dass die Stimmen der Brahmanen die Mantren sehr machtvoll ertönen ließen und empfanden die gesamte Zeremonie, die ca. 3 Stunden dauerte, als sehr bewegend.

Navgraha

 

Hier sind die 9 Planeten, so wie sie für unsere Zeremonie mit ihren Symbolen hergerichtet worden waren. Im Zentrum steht Surya (Sonne), links davon (aus unserer Sicht) Mangala (Mars) und rechts Brihaspati (Jupiter). In der hinteren Reihe sind von links nach rechts: Rahu, Shani (Saturn) und Ketu zu sehen, vorne Chandra (Mond), Sukra (Venus) und Budha (Merkur).

 

Alles in allem war diese Reise zwar kurz, doch wir hatten dennoch viele Gelegenheiten, Indien zu erleben und erfahren. Ob es bei unseren abendlichen Stadttouren durch vom Tourismus weitgehend unberührte Einkaufsstraßen war oder eben auf der geistig-spirituellen Ebene. Eine ganz besonders lustige Situation möchte ich zum Abschluß noch erzählen: Während einer unserer Kaffeepausen baten wir unseren Professor, uns den Unterschied zwischen "Ja" und "Nein" im indischen "Kopfwackeln" zu demonstrieren - eine ernste und wichtige Frage. Keiner von uns war in der Lage, das seitliche Kopfwackeln eines Inders zu deuten - mal hieß es ja, dann wiederum nein und das macht uns Touristen manchmal das Leben wirklich schwer. Voller Ernst zeigte uns nun Prof. Sekhar einmal ein "Ja" und dann ein "Nein". Nun, Sie werden es vielleicht ahnen - wir konnten keinen Unterschied erkennen. Klüger waren wir also nicht geworden, aber dafür haben wir alle zusammen mal herzlich gelacht.

 

 

 

 

 

 

Dieser Artikel wurde bereits 14947 mal angesehen.

.

Login

Login
Registrierung.
.
Passwort vergessen?
.

Media

 

 

.

xxnoxx_zaehler